Finanzierung der PKV im Alter

Die privaten Krankenversicherer haben zur Sicherstellung der dauerhaften Finanzierbarkeit der Beiträge und zur Begrenzung von Beitragsanpassungen bereits in der Vergangenheit wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen. So wurden branchenweit Alterungsrückstellungen von rund 195 Mrd. Euro gebildet. Seit 1995 werden 80 % der über die garantierte Verzinsung hinausgehenden Überschüsse aus den Alterungsrückstellungen zur Beitragsentlastung im Alter eingesetzt (begrenzt auf max. 2,5 % der Alterungsrückstellung). Seit dem 01.01.2000 wurde diese Zuschreibung auf 90 % erhöht, und zwar ohne Begrenzung.

Alterungsrückstellung

Mit dem Alter steigt die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. In der privaten Krankenversicherung ist das Risiko der mit dem Alter steigenden Leistungen in der Vollversicherung und bei den meisten Zusatzversicherungs-produkten bereits in der Kalkulation enthalten, d. h., das Versichertenkollektiv bildet für die Versicherten eine Alterungsrückstellung, damit die Beiträge trotz der steigenden Leistungen konstant gehalten werden können. Damit hat die PKV eine Vorsorge für den Versichertenbestand geschaffen.

Gesetzlicher Zuschlag

Seit dem 01.01.2000 müssen Neuversicherte in der PKV einen gesetzlichen Zuschlag (GZ) von 10 % auf ihren Beitrag – ab dem vollendeten 21. Lebensjahr und bis zum vollendeten 60. Lebensjahr – zahlen. Die daraus resultierenden Mittel werden verzinslich angelegt und – ohne Abzug etwaiger Kosten – dafür verwendet, Beitragserhöhungen nach Vollendung des 65. Lebensjahres
aufzufangen. Wie lange die Mittel dazu ausreichen, hängt natürlich neben der Höhe der zur Verfügung stehenden Mittel auch von der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ab. Nach Berechnungen des Verbandes der privaten Krankenversicherung kann der gesetzliche Zuschlag für jüngere Eintrittsalter zu dauerhaft konstanten Beiträgen ab dem 65. Lebensjahr führen, wenn die durchschnittlichen Kostensteigerungen der letzten Jahre zugrunde gelegt
werden und frühzeitig mit der Zahlung des gesetzlichen Zuschlags begonnen wurde.
Die vorstehenden Prognosen beruhen auf den Rahmenbedingungen der Kapitalmärkte zu Anfang des Jahrtausends. Mittlerweile sind die Zinsen für Kapitalanlagen stark gesunken, so dass die eingezahlten GZ-Beiträge einen insgesamt geringeren Sparbetrag ergeben werden. Um die Beiträge im höheren Alter dauerhaft auf einem niedrigen Niveau zu halten, empfiehlt es sich daher, ergänzend einen Beitragsentlastungstarif abzuschließen. Zusätzlich zu der kompletten Abwendung von zwischenzeitlichen Beitragserhöhungen kommt der Versicherte dann in den Genuss einer lebenslangen Absenkung seines Zahlbetrags.

Umtarifierungsangebote

Bei jeder Beitragsanpassung werden den älteren Versicherten (ab dem 60. Lebensjahr) Umtarifierungsangebote unterbreitet, die zu einer Beitragsreduzierung führen. Dabei muss der verkaufsstärkste Tarif des Unternehmens berücksichtigt werden. Dieser Personenkreis hat außerdem
das Recht, sich für den Standardtarif bzw. den Basistarif zu entscheiden.

  • Basistarif (für Versicherte, die ihre PKV nach dem 31.12.2008 abgeschlossen haben – neue Welt)
  • „„ Standardtarif (für Versicherte, die ihre PKV vor dem 01.01.2009 abgeschlossen haben – alte Welt)

In der Vergangenheit wurde der Standardtarif nur selten in Anspruch genommen, da die Versicherten im Alter nur in Ausnahmefällen auf ihren bisherigen Leistungsstandard verzichten wollen. Im Übrigen bieten viele Unternehmen ihren Kunden Tarife an, die bessere Leistungen bei gleichzeitig günstigeren Beiträgen als der Standardtarif bzw. der Basistarif vorsehen.

Zusätzliche Beitragsentlastungsangebote

Eine weitere Möglichkeit der Vorsorge für das Alter sind die Beitragsentlastungsprogramme in der Krankheitskostenvollversicherung, die eine Modifizierung der Beitragszahlung darstellen. Mit diesen Programmen sichert sich der Versicherte eine garantierte Prämienabsenkung im Rentenalter, die aus einem höheren Beitrag in jungen Jahren finanziert wird. Der zusätzliche Beitrag wird für eine Beitragsreduzierung im Alter eingesetzt und ist als integraler Bestandteil der Krankheitskostenvollversicherung ebenfalls durch den Arbeitgeber zuschussfähig. Je früher ein Versicherter sich für ein Beitragsentlastungsprogramm entscheidet, desto niedriger kann der von ihm zu zahlende Beitrag im höheren Alter (z. B. ab dem 65. Lebensjahr) sein.